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Gesundheitspraxis KGS

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8487 Thalheim a. d. Thur

Tel. 052/ 336 21 76
Nat. 079/ 636 39 31

www.gesundheitspraxis-kgs.ch

Information
Phytotherapie

Kurze Geschichte der Pflanzenheilkunde

Das Wissen über die Heilwirkung vieler Pflanzen wurde seit je von Generation zu Generation weitergegeben und von Heilkundigen immer wieder ergänzt.

In Europa begann die Blütezeit der Pflanzenheilkunde durch ein Dekret Karls des Grossen. Der verpflichtete die Klöster zum Anbau von Heilpflanzen. Ihre Wirkung wurde später vom Arzt Paracelsus ausführlich beschrieben. Die heutige chemisch pharmakologische Forschung zur Entschlüsselung und Isolierung der therapeutisch verwertbaren Inhaltsstoffe basiert auf vielen seiner Erfahrungen. Dies führte zur Entwicklung einer Reihe hochwirksamer Arzneimittel. Ebenso war Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp, Kräuter-pfarrer Künzle und heute Dr. Vogel, massgeblich an der Weiterführung und Entwicklung der Heilpflanzen-therapie beteiligt.

Was sind Phytotherapeutika?

Phytotherapeutika sind aus Heilpflanzen hergestellte Arzneimittel. Es kann sich um Teemischungen, Tinkturen, Extrakte oder um Fertigprodukte der Pharma-industrie handeln. Nicht alle Pflanzenheilmittel sind harmlos, stark wirksame Phytotherapeutika mit teils gefährlichen Nebenwirkungen werden z.B. aus dem Fingerhut (Digitalis) und der Tollkirsche (Atropin) hergestellt. Zu den sanften Heil-pflanzen zählen Kamille, Weissdorn, Baldrian u.v.m.

Die Pflanzenheilkunde ist in allen Bereichen der Medizin einsetzbar.

Was gibt es für Behandlungen?

Aus einer oder mehreren getrockneten Pflanzen wird ein wässriger oder alkoholischer Auszug hergestellt, den man einnehmen, oder für Kompressen, Bäder, Inhalationen oder Einreibungen verwenden kann. Oft werden verschiedene Teemischungen verwendet, die entweder aus einem Kaltauszug (Mazerat), Aufguss (Infus) die üblichste Teezubereitungsart , oder aus einer Abkochung (Dekokt) zubereitet werden. Ob Heilpflanzen wirksam sind, hängt daher weitgehend von der richtigen Anwendung ab, denn bei selbst hergestellten Zubereitungen kann der Wirkstoffgehalt stark schwanken:

Innerliche Anwendung: Tees, Tinkturen, Pflanzensäfte, Essen, Kapseln u.a.

Aeusserliche Anwendung:
Gurgelwasser, Bäder, Umschläge, Wickel, Kräutersäcke, Inhalation, Dampfbäder, Einreibungen, Salben u.a.

Was gibt es für Wirkungen?

Sie beruht auf der Heileigenschaften der Inhaltsstoffe.

Allgemein wirken Phytotherapeutika bei Schlafstörungen, leichten Formen von Herzinsuffizienz, depressiven Verstimmungen, Erkrankungen der Harnwege, Verdauungsbeschwerden und bei Atemwegserkrankungen.

  • Entzündungshemmend, reizlindernd
  • Schleimlösend, beruhigend
  • Verdauungsfördernd, schmerzstillend
  • Tonisierend, nervenstärkend
  • Wassertreibend, krampflösend
  • Gewebestärkend, lindernd

Wie heissen die pflanzlichen Wirkstoffe?

Alkaloide : Heilgifte fürs Nervensystem
Bitterstoffe : Schwächezustände, Verdauungsbeschwerden
Aetherische Oele : Verdauung, Haut, Bewegungsapp. Atemwege
Flavonoide : Herz- und Kreislaufbeschwerden
Gerbstoffe : Wundbehandlung, Entzündungen, Verdauung
Glykoside : viele verschiedene Anwendungsgebiete
Kieselsäure :  Bindegewebe, Haut, Haare, Nägel
Schleimstoffe : Reizhusten, Verstopfung, reizmildernd
Vitamine/Mineralien/Spurenelemente : für alle Stoffwechselprozesse, Wasserhaushalt, für alle Organfunktionen lebenswichtig

Wann sollte auf Phytotherapeutika verzichtet werden? (Kontraindikationen)

Auch für Phytoterapeutika gibt es Einschränkungen:

  • Bei Magengeschwüren Bitterstoffdrogen meiden
  • Harntreibende Pflanzenmittel sind bei Oedemen häufig unzureichend
  • Wacholderbeeren können bei zu langer Einnahme die Nieren schädigen
  • Pfefferminze kann auf Dauer für den Magen unverträglich werden
  • In Schwangerschaften können viele Heillpflanzen zu verstärktem Blutfluss führen und die Gefahr von Frühgeburten erhöhen
  • Viele Heilpflanzen können bei unsachgemässer Anwendung und bei zu langer Einnahme zu Vergiftungen, Erbrechen und Reizungen führen